Ein sogenannter Meharist blickt in ein Tal im Grenzgebiet zwischen Mauretanien und Mali. Meharisten sind eine besondere Einheit der mauretanischen Nationalgarde, die auf dem Rücken von Kamelen bis in die entlegendsten Gegenden vordringen können. Sie sollen dabei helfen, das Einsickern von Terror aus dem Nachbarland Mali nach Mauretanien zu verhindern.
Biennale in Timbuktu, Mali, 2025
Künstler aus der Regio Nioro feiern den Auftakt der Biennale in Timbuktu im Norden Malis.
Das Spektakel mit Tanz, Schauspiel und Musik zieht Tausende Besucher aus dem ganzen Land an.
Doch die Biennale ist ein Risiko, das Malis Militärregierung eingeht. Dschihadistische Gruppen im Sahel versuchen, die Einführung der Scharia zu erzwingen. Ein Kulturfestival ist das perfekte Ziel ihres Terrors.
Timbuktu, eine kleine, ruhige Stadt mit einer großen kulturellen Geschichte verwandelt sich in den Tagen der Biennale in eine Festung.
Abdoulaye Maïga, der Premierminister Malis, kann nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen anreisen.
Das Militär ist bei allen Auftritten allgegenwärtig.
Für Künstler wie Demba Traoré (m.) wird die Biennale zu einem Symbol - zu einem Zeichen, dass die Bevölkerung des westafrikanischen Landes dem kulturellen Diktat der Dschihadisten trotzt.
Auch für den Tänzer und Schauspieler Gildas Sagara aus Bandiagara ist die Biennale ein Zeichen dafür, dass sich die Lage im vom Terror geplagten Sahel doch noch zum Guten wenden könnte.
Kakao-Krieger, Kamerun, 2025
Mbite Diudonne läuft im Juli 2025 in Ntui durch eine Kakao-Plantage. Er ist der Präsident einer von mehreren Bürgerwehren, die in Kamerun den wertvollen Rohstoff und seine Besitzer vor Räubern beschützen.
Die oft weit entlegenen Farmen waren lange schutzlos, da es in Kamerun kaum genug Polizei gibt, um regelmäßig zu patrouillieren.
Kamerun ist einer der größten Produzenten von Kakao weltweit.
Steigende Preise auf den internationalen Märkten machten den Rohstoff so wertvoll, dass Banden mittlerweile bereit sind, große Risiken in Kauf zu nehmen, um etwas von dem Reichtum abzubekommen.
Mbite Diudonne ist selbst auch ein Kakao-Bauer und sagt, dass viele Farmer gar nicht reich seien. Ein Großteil der Gewinne des Verkaufs von Schokolade komme gar nicht bei ihnen an.
2025 gibt es in einigen Anbaugebieten hitzige Diskussionen darüber, die Bürgerwehren besser auszustatten, weil sich zuletzt gar Morde gehäuft haben.
Noch sind Mbite Diudonne und seine Kameraden aber auf Spenden angewiesen. Sie kommen vor allem von den Bauern, deren Felder sie beschützen.
Bergbau, DR Kongo, 2025
Lastwagen transportieren Erze aus einer Mine in Kolwezi, dem Epizentrum des Bergbaus in der Demokratische Republik Kongo.
Das Land in Zentralafrika ist einer der wichtigsten Produzenten für Kupfer und Kobalt - Rohstoffe, die kritisch sind für die Energiewende und Geräte wie Computer und Smartphones.
Neben den großen industriellen Minen sind auch kleinere handwerkliche Minen entstanden, in denen Tagelöhner versuchen, an dem großen Geschäft mitzuverdienen.
Die Arbeitsbedingungen sind hart und der Lohn oft mickrig.
Derzeit sind es vor allem chinesische Firmen, die den Bergbau im Kongo dominieren. Es ist faktisch ein Monopol entstanden.
Christian Ngoy glaubt trotzdem daran, dass in den Tiefen des Bodens der Demokratischen Republik Kongo große Reichtümer auf ihn und die Bevölkerung des Landes warten.
In mitunter mehr als 40 Metern Tiefe löst er mit Hacke, Hammer und Schaufel kostbare Erze aus der Erde.
In einem der Erdlöcher arbeitet Ngoy zusammen mit Sylvano Kayombo Josué.
Kleinbergmänner wie Ngoy und Josué tun sich oft zusammen - um sicherer und effizienter arbeiten zu können.
Ngoy ist gar Vorsitzender von Atram, einer Gewerkschaft, die sich für die Rechte von Kleinbergbauern einsetzt. Die Organisation hat eigenen Angaben zufolge rund 5000 Mitglieder.
Putsch in Niger, 2023
Demonstranten tragen ein Huhn mit dem Namen der französischen Präsidenten-Gattin zur Schlachtbank. Nigrerinnen und Nigrer fordern in den Tagen nach dem Coup 2023, endlich zu beenden, was sie als französischen Neokolonialismus beschreiben.
Demonstrantinnen und Demonstranten trauern nach dem Militärputsch nicht um ihre Demokratie, sie jubeln für die Junta.
Der gestürzte Präsident Mohamed Bazoum galt in Europa und den USA als “stabiler Partner”, als Anwalt für Rechtsstaatlichkeit und Frauenrechte. Nigrerinnen sprechen von einem Mythos, von Lügen.
Die russische Flagge wird zu einem beliebten Merchandise-Artikel.
Nigrische Polizisten sind in Niamey, der Hauptstadt Nigers, im Einsatz. Die Sicherheitskräfte schützen auch französische Einrichtungen. Die Stimmung ist aufgeheizt.
Die Folgen des Putsches in der Hauptstadt Niamey erreichen nicht nur Städte wie Agadez im Norden Nigers, sie erschüttern das ganze Land.
Menschen, die im Geschäft mit der Migration tätig waren, hoffen darauf, dass die EU sie nun nicht mehr kriminalisieren kann.
Der heftig kritisierte Uran-Abbau französischer Unternehmen im Norden des Landes kommt zum Erliegen. Die Militärregierung hofft auf bessere Deals.
Flucht aus Darfur, 2023
Tschad, eines der ärmsten Länder der Welt, beherbergt heute mehr als eine Millionen Geflüchtete. Der Großteil dieser Menschen stammt aus dem benachbarten Sudan.
Im April 2023 entbrennt im Sudan ein Machtkampf zwischen zwei Generälen, der hunderttausende Menschen in die Flucht treibt.
Viele der Geflüchteten lassen fast alles zurück. Wer noch einen Rucksack packen kann, hat Glück.
Die Gewalt befeuert auch einen Konflikt, der in Europa fast in Vergessenheit geraten ist: den Genozid in der Region Darfur. Einige der Geflüchteten kommen mit alten Narben und neuen Wunden in den Tschad.
Sicherheitskräfte fürchten, dass auch die Gewalt in Darfur den Weg über die Grenze findet. Denn die Grenze, die einst auf dem Reissbrett gezogen wurde, hat auf dem Boden kaum eine Bedeutung.
Projektile aus Darfur sind bereits bis in den Tschad geflogen.
Viele der Geflüchteten sind im Sommer 2023 auch in ihren Camps noch nicht wirklich in Sicherheit.
Fischmehl, Mauretanien, 2022
In Fabriken am Strand Mauretaniens wird ein beträchtlicher Teil des Fangs zerhackt, getrocknet und zu Mehl und Öl verarbeitet.
Die Fischerei zählt 2022 zu den wichtigsten Industrien in Mauretanien, einem Staat, der abgesehen von seiner Küste zum Atlantik zu einem großen Teil aus Wüste besteht.
Zehntausende Arbeitsplätze hängen an der Industrie.
Doch seit einigen Jahren bleiben den heimischen Fischerinnen und Fischern oft nur noch die Reste aus den Meeren ...
… oder gar nichts.
Internationale Fangflotten, oft aus der Türkei, aus China, Russland und Europa, schnappen sich den Fisch.
Betriebe aus Europa und Asien importieren abertausende Tonnen Fischmehl. Es kommt als Futter in der Massentierhaltung zum Einsatz, in der Schweinemast und in Lachsfarmen.
Einzelbilder, 2018 bis heute
In der Regenzeit im Jahr 2021 schützt eine Frau im Tschad ihr Zelt mit einer Plastikplane vor dem aufziehenden Sturm. Aufgrund des Klimawandels sind Niederschläge zuletzt immer unberechenbarer geworden.
In einer Kinderklinik im Tschad gelingt es 2021, ein Kind vor dem Verhungern zu retten. Oft kommt die Hilfe zu spät.
Ein Mitglied von Dan Na Ambassagou posiert 2020 im Zentrum Malis für ein Portrait. Die Miliz kämpft eigenen Angaben zufolge gegen den Terror. Doch ihr werden selbst Massaker an der Zivilbevölkerung vorgeworfen.
Ein Soldat fliegt 2020 nach Mopti, zum Einsatz im besonders gefährlichen Zentrum Malis.
Fischer in Kisangani in der Demokratischen Republik Kongo versuchen 2022 mit ihren traditionellen Methoden einen Fang zu machen.
Ein Unterstützer der Unabhängigkeitsbewegung der Tuareg in Mali posiert 2023 für ein Porträt.
Bundeswehrsoldaten stehen im Frühling 2023 am Ende ihres Einsatzes in Mali. Bis zum Jahreswechsel wollen sie das Land verlassen haben. Frieden ist trotz ihres Engagements nicht eingekehrt.
Ein sogenannter Meharist, ein Mitglied der mauretanischen Nationalgarde, überwacht 2022 im Grenzgebiet zu Mali das Terrain.
Ein ehemaliger Terrorist versucht 2023, seine einstigen Kampfgefährten in der Region Tillabéri in Niger abzuhören.
Am Rande der Großen Grünen Mauer im Tschad erblüht 2021 ein Feld.