Heritier Sefa hält seine Kamera mit beiden Händen fest, als der Mann auf einen alten Autoreifen steigt und über die Mauer späht. Jetzt bloß nicht stolpern, nicht verwackeln. Sefa filmt das Gesicht des Mannes. Dann schwenkt er auf die andere Seite der Mauer. Dort liegt ein Geröllfeld. Alle paar Meter ragen Sprinkleranlagen aus dem Gestein, schießen kleine Fontänen in den Himmel, die als feiner Regen zu Boden rieseln. Die Flüssigkeit ist klar wie Wasser. Doch sie stinkt beißend, metallisch, sauer.
„Früher war hier überall Wald", sagt der Mann, der Potien Kavumbu heißt. Deswegen habe er das Grundstück, das an die Mauer grenzt, gekauft. Damals, 2013, trug der Stadtteil den Namen Joli Site noch zu Recht: „Schöne Aussicht". Kavumbus Haus, ein einstöckiger Bau mit Wellblechdach, sollte ein sicheres Zuhause für seine Familie werden. Dann gingen 2019 die Sprinkler an. Nun fürchtet Kavumbu um die Gesundheit seiner Kinder – und hofft auf Heritier Sefa. Denn der junge Lokalreporter will den Fall ins Fernsehen bringen …